ESI auf der Hannover-Messe 2019

Das dynamische Reagieren von Produktionseinrichtungen auf wechselnde Anforderungen und Umgebungseinflüsse ist eines der Hauptthemen von „Industrie 4.0“. Dazu ist ein integrales Kon- zept mit Interaktion sämtlicher relevanter Güter, Prozesse und Infrastruktur erforderlich. Das In- terdisziplinäre Zentrum für Eingebettete Systeme (ESI) der FAU arbeitet deswegen an der Tech- nologieentwicklung in den Bereichen robuste und eingebettete Sensorik für flächendeckendes Prozess-Monitoring, Systeme für robuste, zuverlässige und adaptive Übertragung von Daten, sowie moderne Hardware-Plattformen mit Multiprozessorsystemen zur Fusion aller Prozessin- formationen und Ableiten der Regelgrößen.

Kleinste Abweichungen in der Prozessregelung erfordern ein sofortiges Reagieren und Eingrei- fen, um Abweichungen so zu korrigieren, dass der gewünschte Sollzustand wiederhergestellt wird. Typischerweise haben Anwendungen in der Automatisierungstechnik sehr hohe Echt- zeitanforderungen und verlangen zunehmend Rechenleistungen, welche über das Maß her- kömmlicher Mikro-Controller/Prozessoren hinausgehen. Abhilfe können hier Mehrkernprozesso- ren schaffen. Für eine erfolgreiche Einführung dieser Technologie ist allerdings die garantierte Einhaltung von nicht funktionalen Eigenschaften, wie z.B. Ausführungszeit und Fehlertoleranz, essentiell sowie die Fähigkeit, mehrere Anwendungen strikt isoliert voneinander ausführen zu können. Dies dient nicht zuletzt der Sicherheit bei der Zusammenarbeit von Mensch und Ma- schine.

ESI beschäftigt sich im Bereich Automatisierungstechnik intensiv mit dem Thema Regelungs- technik und Abstandsmessung. Unter Verwendung von Radar-Technik zeigt ESI mit einem De- monstrator die Funktionsweise der Abstandsmessung für die Reaktion auf Annäherungen.

Radar-gestützte Abstandsmessung

Bei unserem Demonstrator handelt es sich um eine radargestützte Abstandsmessung bei 61 GHz. Diese besteht aus dem Radar, einer Metallplatte als Ziel und einem linearen Verfahrtisch. Der gesamte Aufbau wird zur Unfallverhütung von einem Plexiglaskasten umgeben sein. ESI zeigt mit seinem Exponat wie Radar-Sensorik eingesetzt werden kann, um Abstände in einem Produktionsprozess genau zu bestimmen und auf Annäherung reagiert werden kann. Ein sol- ches System bildet die Grundlage für die Sicherheit von Collaborative Robots, also Robotern, welche im Umfeld von menschlichen Arbeitern eingesetzt werden können. Besondere Neuerung des Demonstrators ist ein selbst entwickelter Chip, der auch absolute Distanzmessungen mit sehr hoher genauigkeit durchführen kann. Dieser Demonstrator zum Thema „Control Enginee- ring“ verdeutlicht einen wichtigen Teilaspekt der ESI-Methodik für die Industrie 4.0.

ESI präsentiert sich auf dem Gemeinschaftsstand Bayern Innovativ Halle 2, Standnummer A 52.